Zukunftsperspektiven für 200 Schüler in Mali

Zukunftsperspektiven für 200 Schüler in Mali

Fast jedem von uns ist mittlerweile bekannt, dass in zahlreichen Ländern der Welt die Zukunftsaussichten für viele Millionen Kinder denkbar schlecht sind. Das gilt im besonderen Maße für das durch kriegerische Auseinandersetzungen geschundene afrikanische Sahel-Land Mali. Im Rahmen der Multinationalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) ist derzeit auch für ein Jahr die hessische Polizeioberkommissarin Verena Neundter eingesetzt. Während einer Patrouillenfahrt in der Region Mopti/Sevare erreichte sie mit einigen Kollegen den Ort Takoti, in dem momentan rund 40 Kinder in einem Viehstall unterrichtet werden.

In einem Ziegenstall unterrichtet derzeit ein Lehrer die Kinder von Takoti unter völlig inakzeptablen Bedingungen. Man sieht: Hier muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden.

Kurze Zeit später nahm Verena Neundter Kontakt zu Lachen-Helfen-Vorstandsmitglied Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz auf, der im vorigen Jahr zusammen mit seinem Kollegen Toni Kirchmair im sudanesischen Tawilla mehrere vorbildliche Kinderhilfsprojekte verwirklicht hatte. Sehr schnell wurde dann der Antrag zur Finanzierung einer Schule für rund 200 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 15 Jahren bei Lachen Helfen eingereicht, den der Vorstand nach eingehender Prüfung genehmigte, sodass Verena Neundter schon Ende April 2019 die Verträge für den Schulbau mit den Verantwortlichen vor Ort unterzeichnen konnte.

Verena Neundter bei der Vertragsunterzeichnung für den Bau der Schule in Takoti mit örtlichen Behördenvertretern.

Schon wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung stand die erste von Lachen Helfen e.V. überwiesene Teilsumme zur Verfügung – und die Baumaßnahmen konnten beginnen.

Mit Erdarbeiten starteten die fleißigen Arbeiter die erste Bauphase der neuen Schule in Takoti.

Nach ortsüblichem Verfahren wurden Lehmziegel geformt und an der Sonne getrocknet. Das Engagement aller Beteiligter und die Geschwindigkeit der getroffenen und umgesetzten Maßnahmen waren von Anfang an überaus bemerkenswert.

Erstaunlich waren auch die weitere Organisation und der Ablauf der Bauphase: Die Arbeiter wurden regelmäßig mit Früchten und anderen Lebensmitteln versorgt, wodurch ihre Motivation noch zusätzlich gesteigert wurde.

Die Dorfbewohner insgesamt, vor allem aber die Kinder staunten, wie schnell die Grundmauern hochgezogen wurden. Schon bald konnte man auf dem weitläufigen Gelände erkennen, wo die Schülerinnen und Schüler demnächst unterrichtet werden.

Verena Neundter, ein Schullehrer und ein französischer Kollege nahmen stolz vor dem zügig errichteten Mauerwerk Aufstellung.

Trotz Ramadan ging es mit gleicher Geschwindigkeit weiter. So konnte man den Eindruck gewinnen, dass in Mali der Einsatzwille und die handwerklichen Fähigkeiten besonders stark ausgeprägt sind. Bereits Mitte Mai war der Rohbau des ersten Schulgebäudes fertig.

Der Rohbau des ersten Schulgebäudes war nach wenigen Wochen fertig. Eine Leistung, mit der kaum jemand gerechnet hatte!

Im weiten Umkreis von Takoti war der Baufortschritt an der neuen Schule das Gesprächsthema Nummer eins. Die Menschen dankten in bewegten Worten Verena Neundter und Lachen Helfen e.V. für die Finanzierung der Bildungsstätte, zu dem die Regierung nicht in der Lage gewesen war.

Nachdem am Seitenteil des ersten Hauptgebäudes das Dach errichtet worden war, ahnten die Kinder, dass sie in wenigen Wochen sogar während der Regenzeit unterrichtet werden können.

Nun geht für die Kinder in Mopti ein Traum in Erfüllung: Sie werden in Kürze erstmalig in eine richtige Schule mit angemessener Ausstattung gehen. Bildung ist in einem durch innere Konflikte und Terrorismus geprägten Land das wichtigste Element, um Kindern und Jugendlichen Perspektiven für die Zukunft zu verschaffen. Dabei ist der Traum noch nicht zu Ende: Schon jetzt laufen die konkreten Planungen für einen weiteren Ausbau der Schule für die Zeit nach Fertigstellung des ersten Abschnitts. Deshalb gilt auch hier: „Lachen Helfen“ – ein Motto, das auch in Mali Gültigkeit bekommen hat!

2019-10-17T07:35:15+00:00