Gelungene Kooperation

Paradebeispiel für eine gelungene Kooperation

Bei aufwändigen und größeren Hilfsprojekten, die ein besonders hohes finanzielles Engagement für die Realisierung erfordern, ist häufig eine Kooperation mehrerer Hilfsorganisationen unumgänglich. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Wiederaufbau der Khwaja Rawash Girls High School (KRGHS) im östlichen Teil der afghanischen Hauptstadt Kabul für mehr als 3.000 Schülerinnen, die hier im 3-Schichtbetrieb unterrichtet werden.
Diese im Jahre 2011 durch die Weltbank zunächst für 1.500 Schülerinnen errichtete Mädchenschule wurde 2017 durch mehrere Anschläge und die gewaltige Druckwelle einer Bombenexplosion so schwer beschädigt, dass ein normaler Unterricht nicht mehr möglich war. Das hatte zur Folge, dass nur mit erheblichem baulichen Aufwand eine Fortsetzung des angemessenen Bildungsangebots für die mittlerweile stark angewachsene Anzahl an Schülerinnen gesichert werden konnte.

Ein normaler Schulunterricht war wegen der durch eine Bombenexplosion im Jahre 2017 hervorgerufenen starken Beschädigung der Khwaja Rawash Mädchenoberschule nicht mehr möglich.



Den Verantwortlichen war schnell klar: Für dieses Projekt mussten mehrere Partner gefunden werden, um die anstehenden Aufgaben zu „stemmen“. Unterstützung fand die verantwortliche Abteilung im Distrikt 9 der Bildungsdirektion Kabul sehr bald beim German Police Project Team (GPPT) in der Deutschen Botschaft vor Ort. Unter der Ägide von Vizepräsident Dr. Lars Gerdes kümmerte sich Hauptkommissar Alexander Ehemann zusammen mit der Leitung der örtlichen Baufirma Akramzada International Ltd. um die Organisation und die Finanzierung des Wiederaufbaus.

Am 30.04.2019 hatten sich zur Vertragsunterzeichnung für die Sanierung und den Ausbau der KRGHS im Besprechungsraum des GPPT in Kabul eingefunden (von links): Hauptkommissar Alexander Ehemann (Projektverantwortlicher), Hamid Akram (Fa. Akramzada), Vizepräsident Dr. Lars Gerdes (Leiter GPPT) und Khalid Akram (Inhaber Fa. Akramzada).



Alexander Ehemann hatte schon in früheren Jahren mit Lachen Helfen e.V. erfolgreich bei der Projektumsetzung zusammengearbeitet, und so bot sich auch in diesem Fall dieses Vorgehen an. Wegen der hohen Kosten wurde noch ein weiterer Partner gesucht und sehr bald in der Hilfsorganisation Human Plus e.V. und deren Präsident Anestis Ioannidis gefunden. Schon bei anderen Projekten hatte sich diese Kooperation als besonders erfolgreich herausgestellt. Da die afghanische Baufirma Akramzada sich ebenfalls bereits als kompetenter und solider Partner bewährt hatte, der zudem jeweils einen großen Anteil der Kosten selbst übernahm, konnte mit der Arbeit begonnen werden.

Auf Anestis Ioannidis, Präsident von Human Plus e.V., hier in Syrien mit Kindern in einem Notaufnahmelager, war als Kooperationspartner auch im Falle des umfangreichen Hilfsprojektes der KWGHS absolut Verlass!

 

Dank der professionellen Umsetzung sämtlicher Bauarbeiten durch die Firma Akramzada machte die Restaurierung der KRGHS rasche Fortschritte.



Human Plus e.V. hatte die Kosten für die Restaurierung von 8 Klassen und den Neubau von weiteren 2 Klassen übernommen und Lachen Helfen e.V. hatte sich entschlossen, wesentliche Bereiche der Ausstattung zu finanzieren. Dazu zählten ein massiver Fassaden- und Eingangsschutz, die vollkommene Erneuerung der Toilettenanlagen, die umfassende Wasserversorgung der Schule und der Erwerb von Tischtennisplatten.
Nachdem Planung und Finanzierung „unter Dach und Fach“ waren, konnte zügig mit den Baumaßnahmen begonnen werden, die zunächst auch rasch Fortschritte zu verzeichnen hatten.

Der neue Klassentrakt erfüllt nach seiner Fertigstellung ebenso die Anforderungen für das Unterrichten an einer stark wachsenden Oberschule für Mädchen wie die Ausstattung der einzelnen Räume.



Die von Lachen Helfen e.V. übernommene Finanzierung der Toilettenanlagen sicherte die notwendige Herstellung hygienischer Zustände für die große Zahl an Schülerinnen der KRGHS.



Doch dann verlangsamte im Frühjahr 2020 die sich auch in Afghanistan schnell ausbreitende Corona-Pandemie den weiteren Ausbau der Schule und die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Unterrichts. Erst im Sommer waren dann allerdings die Verzögerungen überwunden, und die Freude aller Beteiligten – insbesondere der über 3.000 Schülerinnen – kannte keine Grenzen, als es am 25. Juli 2020 endlich zur feierlichen Wiedereröffnung der Mädchenoberschule im Kabuler Stadtteil Khwaja Rawash kam.

Welch eine Freude – als vom German Police Project Team der Erste
Polizeihauptkommissar Andreas Hess zusammen mit KRGHS-Schulleiterin Palwasha Rafi Najemi die Schule nach 3 Jahren wieder eröffnen konnte.



Mit einem großen Plakat badankten sich Schülerinnen sowie Mitglieder der Schulleitung und des Lehrerkollegiums bei Lachen Helfen e.V. und den Vertretern des German Police Project Teams.



Erst kürzlich konnten sich Mitglieder der Deutschen Botschaft in Kabul davon überzeugen, dass der Schulbetrieb in der KRGHS reibungslos läuft und auf diese Weise einer großen Anzahl von afghanischen Mädchen wieder Perspektiven für eine bessere Zukunft eröffnet werden können – sofern es die derzeit noch sehr fragile Sicherheitslage in Afghanistan zulassen wird.

Die zusätzliche Anschaffung von Schulbüchern und Unterrichtsmaterial begeisterte insbesondere die Schülerinnen der älteren Jahrgangsstufen der Kabuler Mädchenoberschule KRGHS.



Vizepräsident Dr. Lars Gerdes (Leiter des GPPT) konnte sich persönlich davon überzeugen, dass in der Khwaja Rawash Girls High School nun wieder geregelter Schulunterricht stattfindet.



Bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hatte die intensive schulische und universitäre Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in Afghanistan einen hohen Standard erreicht, der in den folgenden Jahrzehnten durch kriegerische Auseinandersetzungen und religiösen Fanatismus erheblich gelitten hatte. Wir können nur hoffen, dass dieses Schulprojekt mit dazu beitragen kann, die wertvolle Bildungstradition neu zu beleben.
Dazu soll auch eine ganz aktuelle Entscheidung beitragen: Auf Initiative von Peter Jördening, dem derzeitigen GPPT-Vizepräsidenten in Kabul, wird sich Lachen Helfen e.V. zusammen mit dem Bauunternehmen Akramzada und anderen Partnern am Wiederaufbau der Khwaja Rawash Boys High School – dieses Mal also einer Oberschule für mehr als 3.000 Jungen – beteiligen. Ein weiteres Hilfsprojekt für die Zukunft der jungen Generation in Afghanistan!

2021-04-24T20:12:40+00:00