
| | Die beiden SAT.1-TV-Stars Barbara Eligmann und Wigald Boning gewinnen bei Jörg Pilawas „Starquiz“ den Hauptgewinn von 150.000 Euro und spenden die volle Summe für Kinderhilfsprojekte von Lachen Helfen e.V. in Afghanistan.
Viele Freunde und Mitglieder von Lachen Helfen e.V. erinnern sich noch gerne an den Fernsehabend am 5. Oktober 2006: Die beiden SAT.1-TV-Stars Barbara Eligmann und Wigald Boning gewinnen bei Jörg Pilawas ARD-Sendung „Starquiz“ zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum den Hauptgewinn von 150.000 Euro und spenden die volle Summe für Kinderhilfsprojekte von Lachen Helfen e.V. in Afghanistan.
Nun konnte sich Wigald Boning persönlich in der nordafghanischen Provinz Badakhshan davon überzeugen, dass das Geld gut angelegt worden ist.
Mit einer kleinen Delegation von Journalisten, Fotografen, Kameraleuten und Vorstandsmitgliedern von Lachen Helfen e.V. hat er sich auf den weiten Weg über Termez (Süd-Usbekistan) und Mazar-e Sharif (zentrales Feldlager der Bundeswehr in Nordafghanistan) bis nach Feyzabad (Provinzhauptstadt von Badakhshan) gemacht. Barbara Eligmann, die selbst gerne dabei gewesen wäre, musste sich zu Hause selbst um ihr eigenes kleines Baby kümmern und hatte ihrem „Clever“-Show-Partner alles Gute für den nicht ganz ungefährlichen Trip in die wilde Bergwelt der Grenzregion von Afghanistan, Pakistan, Tadschikistan und Usbekistan gewünscht.
Im Feldlager des PRT (Provincial Reconstruction Team) Feyzabad bewundert Wigald Boning zunächst die hohe Professionalität und das große Engagement der 440 Soldaten und zivilen Mitarbeiter unter der exzellenten Führung von Oberst Michael Hochwart. „Ich musste zunächst alle (Vor)Urteile revidieren, die ich seit vielen Jahren über die Bundeswehr gehegt hatte“, gibt Boning zu Protokoll.

Als erstes steht die Einweihung der nahe Feyzabad gelegenen Schule in Jata auf dem Programm. Hier werden im Schichtdienst und im Vormittags-Nachmittags-Wechsel rund 1.100 Jungen unterrichtet. Vor den versammelten Schülern und Lehrern erntet Wigald Boning viel Applaus für seine Rede, die er in der in Nordafghanistan am häufigsten gesprochenen Sprache, in Dari, vorträgt. Abends zuvor hatte er dies intensiv mit Tawfig Hesari, einem der Sprachmittler (Dolmetscher) aus dem Feldlager, eingeübt. „Bildung ist das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern geben können“, hören nun die jungen und alten Bewohner aus Jata in ihrer Landessprache. Anschließend werden ausgewählte Schulkinder vom deutschen TV-Star mit einem Starterset (Schreibheft, Stifte, Radiergummi, Anspitzer etc.) ausgestattet, bevor die anwesenden Lehrer die übrigen Kinder ebenfalls mit diesem Päckchen bedenken.

Im Anschluss daran begibt sich die rund 30-köpfige Delegation in „gehärteten Wölfen“ (leicht gepanzerten Jeeps) und mit einem Transportpanzer Fuchs über staubige und holprige Straßen ins weiter entfernte Sabsi Bahar, wo eine zweite Schule eingeweiht wird. Auch hier werden rund 1.200 Mädchen und Jungen im Schichtunterricht und im Wechsel unterrichtet. Der Schulleiter trägt sogleich die Bitte vor, den Kindern zusätzlich mit dem Bau eines Brunnens zu helfen, da sie keinen Zugang zu sauberem Wasser – wie übrigens über 80 % der afghanischen Bevölkerung (!) – hätten. Unter dem Beifall der zahlreichen Kinder und Erwachsenen sagen die anwesenden Vorstandsmitglieder von Lachen Helfen e.V. die Finanzierung des Brunnenbaus zu.
Obwohl insbesondere der Norden des Landes zu den ärmsten Regionen der Welt überhaupt zählt, werden die Gäste aus Deutschland im Anschluss an die Einweihung mit Hammelfleisch, Reis, Fladenbrot, Pistazien und Tee verwöhnt. Unvorstellbar, dass hier zurzeit eine weitere Dürreperiode droht und die Menschen zumeist nur einmal in drei Tagen eine einzige Mahlzeit zu sich nehmen können.
Am nächsten Tag wird dann nach mehrstündigem beschwerlichen Mot-Marsch (mit den Fahrzeugen) das weiter entfernte und in über 2000 Metern Höhe gelegene Bergdorf Chosh aufgesucht. „Hier sieht es so aus, als sei die Zeit seit mehr als 500 Jahren stehen geblieben“, wundert sich Wigald Boning über die Zustände in dieser entlegenen Ortschaft im Hindukusch. Anstelle eines festen Schulgebäudes gibt es hier nur mehrere Schulzelte, die von den ständigen Fallwinden der umgebenden Bergketten (bis zu 7486 Metern hoch!) zerfetzt sind. In den nächsten Wochen sollen nun neue Zelte herbei geschafft werden – aber wer weiß schon, wie lange die halten werden?

Wigald Boning, der sich in Gedanken versunken auf eine Schulbank innerhalb der „Zeltfetzen“ gesetzt hat, läßt dieser Zustand keine Ruhe. Er kündigt an, dass er, sobald er in Deutschland zurückgekehrt sei, nach Möglichkeiten und Partnern suchen wolle, um auch für dieses arme Bergdorf ein festes Schulgebäude finanzieren zu können.
Nicht nur die Kinder von Chosh sind ihm dafür über alle Maßen dankbar und lassen ein vielstimmiges „Kaschakor“ (Dankeschön) erklingen. „Am liebsten wäre mir, wenn ich in einigen Jahren in ein befriedetes Afghanistan zurückkehren und alle Orte noch einmal mit meinem Mountainbike besuchen könnte“, erklärt Wigald Boning den Gastgebern und seinen Begleitern. Zunächst heißt es für den Moment jedoch auf Dari: „Chodár haféz!“
(Auf Wiedersehen!).
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