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Hilfsprojekt des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe mit Lachen Helfen e.V.


  Ein Erlebnisbericht von Oberstleutnant Stephan Müller, Vorstand des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe

"Bevor ich am 8. Juli 2009 in Afghanistan, dem Einsatzland der Bundeswehr, in dem wohl zurzeit der intensivste Bw-Einsatz durchgeführt wird, meinen Dienst antrat, entschied der Vorstand des Freundeskreises zusammen mit Lachen Helfen e.V. ein Hilfsprojekt in Afghanistan durch eine Spende zu finanzieren. 

Der Projektoffizier der CJ9 Abteilung des Regionalkommandos Nord der ISAF, Herr Oberleutnant Matthias Bucke, der als Pionieroffizier und Bauingenieur für die Realisierung von Bauprojekten zuständig ist, schlug mir schon nach kurzer Zeit die Reparatur eines Schulbrunnens in der kleinen Ortschaft Qala-i Gul vor. Nach gemeinsamer Bewertung mit Lachen Helfen wurde das Projekt festgelegt.
 
Die Realisierung begann sehr schnell nach Zeichnung der Verträge, an der ich zusammen mit Oberleutnant Bucke in Qala-i Gul teilnahm.
 
Schon kurz nach Beginn der Baumaßnahmen gab es einen herben Rückschlag. Die Baufirma hatte festgestellt, dass in das Brunnenrohr von den Kindern Unmengen Steine geworfen worden waren und es dadurch zusätzlich noch geborsten war. Der Brunnen (140 Meter tief) war nicht mehr zu reparieren. Einzige Lösung war nun, einen neuen Brunnen zu bohren. Da man in Qala-i Gul etwas über 100 Meter tief bohren muss, um Wasser einer geeigneten Qualität zu erhalten, kam die Kalkulation der Kosten sehr schnell an die 10.000-Dollar-Marke.
 
 

Das Budget des Freundeskreises war gesprengt und es galt nun zwei Dinge sicher zu stellen:
1. Wasser für die Schule in Qala-i Gul zu organisieren und
2. Ein für unser Budget geeignetes, neues Projekt zu suchen, dass in relativ kurzer Zeit zu realisieren war.
 
Einer gehörigen Portion Glück, aber vor allem der exzellenten Initiative von Oberleutnant Bucke war es zu verdanken, dass beides sicher gestellt werden konnte. Wir gewannen den verantwortlichen Vertreter des Auswärtigen Amtes beim RK Nord, Herrn Kurt Stoeckl-Stillfried und konnten ihn davon überzeugen, dass dieses Projekt dringend der Realisierung bedurfte. Damit war das Auswärtige Amt der neue Finanzier, und Wasser für die Schule in Qala-i Gul war in greifbare Nähe gerückt.
 
Parallel suchte ich mit Oberleutnant Bucke nach einem neuen Projekt für den Freundeskreis und Lachen Helfen. Dieses fanden wir in Qizilabad und wieder ging es um Wasser. Hier holten die Kinder bisher aus nahezu 2 Kilometern Entfernung regelmäßig Wasser für den täglichen Bedarf, dass sie tragen oder in einem kleinen Karren heranschaffen mussten. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget war es als Sofortmaßnahme möglich, einen Wasserspeicher als Zulaufbecken mit einfachem Filter zu bauen.
 
Auch dieses Projekt konnte schnell in die Realisierung gehen, schon nach einer Woche waren erste Baufortschritte deutlich sichtbar. Zwei Wochen vor Ende meiner Zeit in Afghanistan (Masar-e Sharif) hatte ich dann die große Freude, dass fertig gestellte Projekt in Qizilabad zusammen mit Oberleutnant Bucke an den Malik (Bürgermeister) des Dorfes übergeben zu können.
 
Dieser bedankte sich sehr im Namen seines Dorfes, vor allem aber der Kinder, die jetzt kurze Wege haben, um Wasser zu holen. Der Malik lud uns zum Dank nach Hause auf eine Tasse Tee ein, eine obligatorische Geste, die wir gern annahmen.
 
Acht Tage vor meiner Abreise lud mich Herr Kurt Stoeckl-Stillfried ein, mit ihm zusammen kurz vor Abschluss der Baumaßnahmen um den neuen Brunnen in Qala-i Gul, denselben zu besichtigen. So kam ich zum Schluss meiner Einsatzzeit noch einmal in diesen Ort und konnte mich davon überzeugen, dass diese auch „Baustelle“, die durch das Engagement des Freundeskreises angestoßen worden war, nun kurz vor einem guten Abschluss stand. Ich bedankte mich an dieser Stelle bei Herrn Stoeckl-Stillfried für das Engagement des AA und wir konnten uns beide über einen glücklichen Malik freuen, der für sein Dorf etwas Neues erreicht hatte.
 
Mein persönliches Fazit unseres Engagements lautet wie folgt. Der Freundeskreis hat einen kleinen Beitrag für die Zukunft Afghanistans leisten können und greifbar unmittelbar für die Menschen vor Ort realisiert. Unser Geld ist direkt angekommen, jeder Cent. Jeder kann hier nur einen kleinen Beitrag leisten. Immer, wenn wir uns mal wieder unsicher sind und fragen, wofür wir das tun oder etwas geben, brauchen wir nur einmal in zwei dunkle Kinderaugen sehen."
   
 
Oberstleutnant Stephan Müller

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.freundeskreis-panzergrenadiere.de/



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